Von Rosstäuschern

eine persönliche Erfahrung von gestern:  seit Jahren suche ich nach einem vernünftigen Mazda MX 5 der zweiten Serie. Kenner der Materie wissen, dass der Knackpunkt bei diesen Fahrzeugen Rost am hinteren Radlauf und Schweller ist. Es gibt nur ganz wenige Wagen, die dort wirklich gut sind.

Ein vermeintlich gutes Exemplar wurde in einer einschlägigen Börse angeboten. Die Bilder sahen vielversprechend aus. Siehe das linke Foto oben. Also ins Auto gesetzt und losgefahren – sind ja nur 100 km… Beim Händler angekommen, entdecke ich auch ziemlich schnell das Objekt meiner Begierde. Doch der Mazda sah irgendwie anders aus, als auf den Bildern im Internet. Offensichtlich waren diese „gephotoshopt“ – so etwas habe ich noch nie erlebt. In der Modewelt ist so was schon häufiger vorgekommen, aber im Autohandel?

In lange vergangener Zeit nannte man so etwas Rosstäuscher. Nun will ich niemanden gleichen Namens hier verunglimpfen. In Wikipedia kann jeder die ursprüngliche Bedeutung dieser Art von Pferdehändlern im späten Mittelalter, die „vil trongenhait und beschissenhait triben“. Vielleicht sehen sich einige wenige Autohändler in der Tradition ihrer Vorfahren im Geiste.

Mit nicht vorhandenen Produkteigenschaften zu werben ist nicht nur unredlich und ungesetzlich, es zerstört auch jegliches Vertrauen beim Kunden. Ehrlich bleibt am längsten – ein alter Spruch – in der Kundenbeziehung jedoch heute genauso wichtig wie früher.